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Repositories - sources.list

Autor: Niko, erstellt am 14.07.2019

Der Artikel betrifft ganz speziell Debian-Linux. Wo andere auf Debian basierende Distributionen mit einer komplett fertigen und äußerst benutzerfreundlichen Systemkonfiguration in Richtung der Repositories glänzen, ist man nach einer Neuinstallation von Debian von DVD oder USB-Stick erst einmal als Neuling enttäuscht wenn man neue Software installieren möchte - es klappt schlichtweg nicht. Warum der Debianinstaller beim Punkt „Spiegelserver hinzufügen“ die Datei /etc/apt/sources.list bei der Wahl eines nahegelegenen Repositoryservers nicht gleich entsprechend anpasst, wissen nur die Entwickler. Das ist aber nicht erst seit Debian 10 „Buster“ so. Zumindest

Was ist ein Repository

Ein Repository ist eine Art Verzeichnis über dessen Server mittels Aptitude apt Software auf einem Debian nachinstalliert/verwaltet werden kann. Unter Windows wäre das analog zu „Programme und Funktionen“ zu verstehen. Debian bringt zwar auf bis zu drei DVDs eine ganze Menge mit, die Datenträger sind aber zum Zeitpunkt der Verfügbarkeit statisch und Änderungen wie Updates fließen da natürlich nicht mehr ein, sondern man muss dann die neuen Scheiben runterladen. Somit eignen sich die Datenträger eher für die Grundinstallation und Systeme die nicht ans Netz kommen und mit der gelieferten Auswahl und Aktualität zufrieden sind. Aber welcher Desktoprechner hängt heute nicht am Internet? Gerade dann ist ein aktuelles und gepatchtes System sinnvoll!

Wo finde ich die Repositoryserver

Im Internet :-x.
Spass beiseite. Hier gibts jetzt erst mal die Theorie und Quellen zum Nachlesen, danach bauen wir uns eine sources.list mit der wir auch was erreichen.

/etc/apt/sources.list

In dieser Datei stehen die „Quellen“ für Software und Updates von Debian in der jeweils eingesetzten Version. Zuerst verbinde ich mich per ssh auf meinen Debiansystem und schaue mir dann die sources.list an.

norri@Rasputin:~$ ssh root@192.168.111.2
Linux buster 4.19.0-5-amd64 #1 SMP Debian 4.19.37-5 (2019-06-19) x86_64
 
The programs included with the Debian GNU/Linux system are free software;
the exact distribution terms for each program are described in the
individual files in /usr/share/doc/*/copyright.
 
Debian GNU/Linux comes with ABSOLUTELY NO WARRANTY, to the extent
permitted by applicable law.
Last login: Sat Jul 13 17:47:59 2019 from 192.168.111.1
root@buster:~# apt edit-sources

Bei der Nachfrage zum Editor zu nano greifen, da steht nicht umsonst „easiest“ ;-)

Out-of-the-Box sources.list

# 
 
# deb cdrom:[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24]/ buster contrib main
 
deb cdrom:[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24]/ buster contrib main
 
deb http://ftp.fau.de/debian/ buster main
deb-src http://ftp.fau.de/debian/ buster main
 
deb http://security.debian.org/debian-security buster/updates main contrib
deb-src http://security.debian.org/debian-security buster/updates main contrib
 
# buster-updates, previously known as 'volatile'
deb http://ftp.fau.de/debian/ buster-updates main contrib
deb-src http://ftp.fau.de/debian/ buster-updates main contrib

Eigentlich steht schon alles drin, nur macht diese Zeile Probleme.

deb cdrom:[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24]/ buster contrib main

Solange diese Quelle aktiv ist, versucht APT die Quelle zu lesen, kann das aber nicht weil der Datenträger nicht eingelegt ist. Und das führt zu Fehlermeldungen die nerven

E: Das Depot »cdrom://[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24] buster Release« enthält keine Release-Datei.
N: Eine Aktualisierung von solch einem Depot kann nicht auf eine sichere Art durchgeführt werden, daher ist es standardmäßig deaktiviert.
N: Weitere Details zur Erzeugung von Paketdepots sowie zu deren Benutzerkonfiguration finden Sie in der Handbuchseite apt-secure(8).

Bei einem System mit Internetverbindung solltest Du diese Zeile auskommentieren und „main contib non-free“ ergänzen.

# 
 
# deb cdrom:[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24]/ buster contrib main
 
#deb cdrom:[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24]/ buster contrib main
 
deb http://ftp.fau.de/debian/ buster main contrib non-free
deb-src http://ftp.fau.de/debian/ buster main contrib non-free
 
deb http://security.debian.org/debian-security buster/updates main contrib non-free
deb-src http://security.debian.org/debian-security buster/updates main contrib non-free
 
# buster-updates, previously known as 'volatile'
deb http://ftp.fau.de/debian/ buster-updates main contrib non-free
deb-src http://ftp.fau.de/debian/ buster-updates main contrib non-free

Jetzt ist für das augenblickliche „stable“ Release „Buster“ aka Debian 10 die sources.list fertig.

Update von Debian 10 Buster auf Version X

Sollte Buster mal von XYZ als „stable“ abgelöst werden kannst du noch in der sources.list das Wort „buster“ durch „stable“ ersetzen. Wenn es dann ein neues Stable-Release gibt bekommst du beim nächsten apt update tausende von zu aktualisierenden Paketen angezeigt und updatest so zum folgenden Stable-Release.

# 
 
# deb cdrom:[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24]/ buster contrib main
 
#deb cdrom:[Debian GNU/Linux 10.0.0 _Buster_ - Official amd64 DVD Binary-1 20190706-10:24]/ buster contrib main
 
deb http://ftp.fau.de/debian/ stable main contrib non-free
deb-src http://ftp.fau.de/debian/ stable main contrib non-free
 
deb http://security.debian.org/debian-security stable/updates main contrib non-free
deb-src http://security.debian.org/debian-security stable/updates main contrib non-free
 
# buster-updates, previously known as 'volatile'
deb http://ftp.fau.de/debian/ stable-updates main contrib non-free
deb-src http://ftp.fau.de/debian/ stable-updates main contrib non-free

Diese sources.list sollte für alle Ansprüche genügen, kopiere einfach die paar Zeilen und ersetze deine sources.list damit. Du kannst und solltest je nach Wohnsitz jederzeit auch einen anderen Mirror verwenden. Die Zeilen deb-src kannst du bei Bedarf noch auskommentieren.

Was bedeutet das alles

Die Datei sources.list setzt sich immer nach dem selben Schema zusammen:
[TYP] [ORT] [DISTRIBUTION] [KOMPONENTE]
Und was zum Henker sind volatile (flüchtige) Updates?

Typ:
deb: Binärpakte, stellt den gebräuchlichsten Wert dar
deb-src: Quellcodes, wird eigentlich nur von Entwicklern benötigt und könnte als Quelle auch auskommentiert werden.

ORT:
Beschreibt den Pfad zu einer Installationsquelle, z.B. einer CD/DVD, lokale Platte oder Server im Internet.
file: Verzeichnis als Quelle für die Pakete. Das kann ein lokales oder ein per NFS gemountetes Verzeichnis sein.
cdrom: lokals installiertes CD-ROM-Laufwerk als Quelle. Bei mehreren CDs/DVDs wird auch dies unterstützt. Mit apt-cdrom werden die nötigen Einträge in der Datei /etc/apt/sources.list vorgenommen.
http: HTTP-Server als Installationsquelle.
ftp: am häufigsten verwendete Methode für APT. Die Daten werden per FTP (File Transfer Protocol) auf den Rechner übertragen.
copy: identisch mit „file“, kopiert vor der Installation die Pakete in das Verzeichnis /var/apt/cache/archives/. Sinnvoll bei Systemen ohne Internetanbindung.

DISTRIBUTION:
oldstable, stable, testing, unstable, experimantal oder Codenamen wie buster, sid, squeeze …
Erklärung zu den Werten

KOMPONENTE
main, contrib, non-free
Erklärungen zu den Werten

VOLATILE:
Volatile Updates sind flüchtige oder schnelllebige Updates und wurden durch eine neue Aktualisierungs-Suite ersetzt. Um diese zu nutzen wird ein dritter Eintrag in der sources.list benötigt deb http://ftp.debian.org/debian <DISTRIBUTION>-updates main contrib non-free, sieh auch in meiner sources.list weiter oben.

lin_reposourceslist.txt · Zuletzt geändert: 14.07.2019 13:56 von radirgummir

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