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Remote Desktop / Terminal

Autor: Niko, erstellt am 25.01.2020 - Debian Buster 10.2

Klassisch wird auf Linux mittels dem Secure SHell (SSH), mit und ohne Private/Public Key zugegriffen. Eine einfach SSH-Session bringt dich ohne grafische Oberfläche auf ein Terminal der Remotemaschine. Dann gibt es da noch den Schalter -x. Um den Schalter -x nutzen zu können muss allerdings auf dem Quellsystem auch ein X-Server, also eine grafische Oberfläche, installiert sein.
Standardmäßig ist eine Anmeldung als root über ssh nicht erlaubt!

Vorraussetzung

  • Auf dem Zielsystem ist der openssh-server installiert (sudo apt install openssh-server)
  • Auf dem Quellsystem ist der openssh-client (sudo apt install openssh-client)

SSH kann äußerst vielfältig, vor allem aus Securitysicht, konfiguriert werden. Als Grundeinstellungen für nicht Internetexponierte Systeme erstmal OK.

SSH Session ohne X

Damit landet man in einer Remote-Terminalsitzung ohne grafische Oberfläche auf dem Zielsystem.
ssh <USER>@<ZIEL-IP>
USER: Der Benutzer muss auf dem Zielsystem existieren
ZIELIP: Die IP-Adresse des Zielsystems. Ohne Namensauflösung (z.B. in der hosts Datei) wird der Rechnername nicht funktionieren.

SSH Session mit X

Damit öffnet sich auf dem Quellsystem der Firefox.
ssh -x <USER>@<ZIEL-IP> firefox
USER: Der Benutzer muss auf dem Zielsystem existieren
ZIELIP: Die IP-Adresse des Zielsystems. Ohne Namensauflösung (z.B. in der hosts Datei) wird der Rechnername nicht funktionieren.
Wer Remote Desktop von Windows kennt, denkt sich das da was fehlt. Richtig! Es öffnet sich nur die Anwendung und man hat keinen Zugriff auf den entfernten Dekstop!

Klassisches RDP

Dafür braucht es zuerst einen RDP-Server auf der Zielmaschine und einen RDP-Client auf der Quellmaschine. Eine Zielmaschine ohne X-Server bzw. grafischen Desktop macht RDP keinen Sinn. Da tuts dann wohl auch SSH. Der Vollständigkeit halbe sei noch VNC erwähnt, welches gerade wenn man Video und Audio von der Zielmaschine abruft definitiv die Nase vor RDP hat. RDP langt aber für die normale Bürotätigkeit.

RDP Server

  • Melde dich auf dem Zielsystem an. Entweder am Desktop oder per SSH.
  • Werde root auf dem Zielsystem sudo -i
  • Installiere xrdp apt install xrdp
  • Konfiguriere xrdp dpkg-reconfigure xserver-xorg-legacy
  • Wähle in dem Fenster anybody oder jeder oder alle und speichere die Einstellungen.
  • Beende die Rootsitzung mit exit
  • Zuletzt muss der RDP-Daemon noch beim Systemstart mit hochgefahren werden: systemctl enable xrdp

Mir ist aufgefallen das wenn xrdp als „User“ mit sudo installiert wird, am Ende die RDP Session unter Verwendung des Users unter dem mittels sudo installiert wurde nicht funktioniert. Andere User oder neu angelegte Benutzerkonten waren nicht betroffen. Um viel Frickelei zu unterbinden, installiere als root!

RDP Client

Für Linux wäre da eine sehr einfache Lösung rdesktop. Ein anderes Tool mit vielen Einstellungen und Sitzungsverwaltung wäre remmina. Auf Windows ist der Standard der Remoteterminalserverclient der praktischerweise vorinstalliert ist und keine tieferen Kenntnisse erfordert.

  • Installiere auf der Quellmaschine rdesktop sudo apt install rdesktop
  • Baue eine Verbindug zum Zielsystem auf rdesktop -u <USER> -g <GEOMETRIE> -T <TITEL> <ZIEL-IP>

<USER>: Gibt den User an mit dem man sich auf dem Zielsystem anmelden möchte
<GEOMETRIE>: Spezifiziert die Größe des RDP Fensters (WxH), also z.b. 1024×768, kann aber auch in Prozent angegeben werden, z.B. 80%.
<TITEL>: Optionales Goodie. Der Titel steht in der obersten Fensterleiste. Und ist bei mehreren gleichzeitigen RDP-Sitzungen hilfreich.
<ZIEL-IP>: Solange es keine Namensauflösung im Netzwerk gibt steht hier die Ziel-IP des Zielsystems

lin_remote.txt · Zuletzt geändert: 28.01.2020 08:34 von radirgummir

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