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RAM & SWAP

Autor: Niko, erstellt am 13.07.2019

Die Frage nach wie groß muß der SWAP Space bei einer Linuxinstallation in Bezug auf meinen RAM sein, ist mindestens genau so alt wie die Geschichte der Menschheit und immer ein PAL-Feld :-P
Bei diesem Thema kann es kein „MUSS“ geben, sondern es muss immer eine dedizierte Betrachtung über den Einsatzzweck des Systems in Betracht gezogen werden. Somit ist auch mein Beitrag lediglich eine Zusammenfassung aus jahrelanger Berufserfahrung!

Was ist SWAP überhaupt?

SWAP ist unter Linux eine eigene Partition, in neueren Distributionen kann es inzwischen auch eine Datei sein, die dann interessant ist, wenn viele Applikationen auf dem Rechner ausgeführt werden. Solange alles im RAM abläuft haben wir kein Problem, sobald die Apps etc. mehr RAM beanspruchen als physikalisch verfügbar ist, kommt der SWAP-Speicher ins Spiel. Er dient somit als temporärer Auslagerungsspeicher. Ist dann kein SWAP definiert (auch das ist möglich) läuft das sonst so stabile unixoide Betriebssystem Gefahr inkonsistent zu werden und schmiert gegebenenfalls komplett ab - damit sind dann auch alle Daten futsch.

Ist SWAP noch zeitgemäß

Schon wieder ein PAL-Feld… Ein Fehler diesen einzurichten ist es mit Blick auf heutige Festplattengrößen mit Sicherheit nicht.

Wieviel SWAP brauche ich

Diese Frage ist wie eingangs erwähnt sehr speziell zu betrachten - auch bei modernen Systemen mit 24GB, 32GB oder 64GB Hauptarbeitsspeicher (RAM). Solange deine Anwendungen nicht mehr als den physikalisch verbauten Speicher nutzen ist alles OK. Aber nun zur alles erleuchtenden Antwort - es gibt keine! Selbst die großen Linuxdistributoren gehen hier getrennte Wege.
RedHat: Moderne Systeme mit mindestens 4GB sollten RAM+20% als SWAP einplanen. Der RedHat Ableger CentOS hingegeben vertritt die Meinung bei weniger als 2GB RAM mit RAM*2 zu planen oder mit mehr als 2GB RAM die Formel RAM+2GB.
Ubuntu welches selbst wieder ein Debianderivat ist hat hier wieder ganz eigene Vorstellungen:
- RAM <1GB: SWAP mindestens so groß wie der verfügbare RAM und maximal doppelt so groß.
- RAM >=1GB: mindestens „Wurzel aus RAM bis maximal doppelt so groß.
- Mit dem Bereitschaftsmodus sollte es sogar RAM+Wurzel aus RAM sein.
Verwirrender geht es meiner Meinung schon gar nicht mehr.

Empfehlung

Ohne Bereitschaftsmodus (Hibernation)

Bei normaler Desktopnutzung:

< 4GB RAM 2 x RAM + 1GB
> 4GB RAM 1,5 bis 2 x RAM
ab 8 GB RAM 1 x RAM
mit Bereitschaftsmodus (Hibernation)

Bei normaler Desktopnutzung:
RAM + Wurzel aus RAM: Das würde bei einem System mit 8GB RAM so aussehen:
Quadratwurzel aus 8 = 2,8284GB macht gerundet 3GB + 8GB pysikalischer RAM. Das macht in Summe 11GB für den SWAP.

SWAP vergrößern

Das ist mit einer intelligenten Plattenaufteilung bzw. mit einer Virtualisierugs- oder auch Abstraktionsschicht wie LVM (Ligical Volume Manager) zwischen Festplatten, Partitionen und Dateisystemen möglich. Das sprengt aber hier völlig den Rahmen für „normale“ Endanwender.

lin_ramswap.txt · Zuletzt geändert: 13.07.2019 15:01 von radirgummir

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